Eine erneuerbare Energieversorgung – eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft

white electric windmills during daytime

Elektrizität spielt eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung, die zur Bekämpfung der globalen Erwärmung notwendig ist. Es ist klar, dass die Schweiz auf erneuerbare Energien setzen muss. Ihr Strommix der Zukunft muss sich aus Quellen wie Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie zusammensetzen.

100% erneuerbare Energien, ein
realistisches Ziel

Dank ihrer zahlreichen Seen, Staudämme und Laufwasserkraftwerke befindet sich die Schweiz in einer weitaus günstigeren Lage als andere europäische Länder. So machen erneuerbare Energien bereits fast 80% des in der Schweiz verbrauchten Stroms aus, wobei der weitaus größte Teil davon (ca. 65%) aus Wasserkraftwerken stammt. Nun geht es darum, diese Produktion weiter zu steigern, um die nukleare Produktion zu ersetzen, die derzeit den Saldo ausmacht. Zur Erinnerung: Die Schweizer Bevölkerung hat 2017 die Energiestrategie 2050 des Bundesrates angenommen und den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Auch wenn diese Entscheidung derzeit von einigen in Frage gestellt wird, ist es aufgrund der immer höheren Wartungskosten nicht realistisch, die bestehenden Kraftwerke langfristig weiter zu betreiben oder innerhalb eines angemessenen Zeitraums neue zu bauen. Die Zukunft gehört also den erneuerbaren Energien. Innerhalb des Energiemixes bilden Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik ein erfolgreiches Trio, da sich diese Quellen perfekt ergänzen: Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen produzieren im Sommer mehr Strom, während Windkraftanlagen in den Wintermonaten, wenn die Winde stärker sind, fast zwei Drittel ihrer Produktion liefern.

Eine große Mehrheit für erneuerbare Energien

Bereits im September 2017 hatte die Schweizer Bevölkerung mit 58,2 % der Stimmen (63,2 % im Kanton Freiburg) die Energiestrategie 2050 angenommen, die auf drei Säulen beruht: dem Ausstieg aus der Kernenergie, der Förderung erneuerbarer Energien und dem Energiesparen. Im Juni 2024 haben die Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung für diese Strategie erneuert, indem sie das Elektrizitätsgesetz mit dem bemerkenswerten Ergebnis von 68,7 % JA-Stimmen (67,1 % in Freiburg) angenommen haben. Dank dieses Gesetzes wird der Bau von grossen Wasser-, Solar- und Windkraftanlagen erleichtert, wobei die interessen der betroffenen Gemeinden gewahrt und der demokratische Prozess respektiert werden. Das Ergebnis der Abstimmung sowie die breite Unterstützung des Gesetzes durch alle politischen Lager, die Wirtschaftsakteure und alle großen Naturschutzverbände zeigen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung der Herausforderung der Energiewende bewusst ist und die Entwicklung erneuerbarer Energien unterstützt.

Kostenlose und reichlich vorhandene Energiequellen

Die derzeitige Energieversorgung bringt die Schweiz in eine abhängige Position gegenüber dem Ausland. Sie produziert im Winter nicht genug Strom, um ihren Verbrauch zu decken, weshalb sie auf Importe angewiesen ist. Diese Importe stammen größtenteils aus Deutschland oder Frankreich und bestehen aus Atomstrom oder, noch schlimmer, aus Kohlestrom. Außerdem wird die Schweiz langfristig nicht in der Lage sein, so viel Energie zu importieren. Deutschland hat seine letzten Kernkraftwerke im April 2024 abgeschaltet und plant, bis 2038 aus der Kohle auszusteigen. Im französischen Kernkraftwerkspark kommt es immer häufiger zu Pannen, die die vorübergehende Abschaltung einiger Kraftwerke erforderlich machen. Darüber hinaus hat der Krieg in der Ukraine gezeigt, wie riskant es ist, sich auf Energieimporte aus anderen Ländern zu verlassen. Auch wenn die Menge an Gas,die in der Schweiz für die Stromerzeugung verwendet wird, vernachlässigbar ist ( ca. 0,5% des Verbrauchs), sind unsere Nachbarländer ebenfalls von der Energiekrise betroffen, was sich auf ihre Möglichkeiten auswirkt, die Schweiz mit Strom zu versorgen. Daher muss jedes Land seine eigenen Produktionskapazitäten aufbauen, um seine Energieautonomie zu gewährleisten.